Die Erbärmlichkeit des Krieges

Verlagshaus Berlin // Visuelle Performance // November 2015

Am 22. November 2015 präsentierte das Verlagshaus in der Buchhandlung Ocelot den Band »Die Erbärmlichkeit des Krieges« von Wilfred Owen in einer audiovisuellen Live-Performance. Wilfred Owen, einer der wichtigsten War Poets, gefallen vier Tage vor Ende des ersten Weltkrieges, gab in seinen Gedichten Einblicke in die Erbärmlichkeit des Krieges und seine Konsequenzen für das Individuum und für Gesellschaften. Mit Schärfe schaut er auf die Konstruktionen, die Menschen zusammenhalten, auf die leeren Versprechungen von Christentum oder Nation. In der Erbärmlichkeit findet Owen Schönheit, ohne das Leiden zu ästhetisieren, Leiden, ohne Schönes darin zu stilisieren.

Die Performance – ein intermediales Live-Seh-Hör-Spiel fokussierte das Publikum gleichermaßen auf Bild und Text. Die Akteure traten bewusst in den Hintergrund. Die kontemporäre Bildsprache von Andrea Schmidt, die in sich selbst Illustration, Tuschezeichnung, Film und Neue-Medien-Kunst vereint, stellte sich den Texten, entwickelte künstlerische Positionen zu ihnen und eröffnete neue Zugänge zu den Gedichten: Text, Sound und Visuals verbanden sich im Raum, so dass für die Zuschauer_innen der Eindruck entstand, sie selbst seien in den Zeichnungen. Für die Performance wurden Soundscapes komponiert, die Klangräume schaffen und Assoziationen an Kriegsgeräusche wecken sollten. Aus den Gedichten las Johannes Frank in deutscher und englischer Sprache. Den Abend moderierte Tobias Roth.

Der Band »Die Erbärmlichkeit des Krieges« erschien in der Edition ReVers (Verlagshaus Berlin, 2014), der zweisprachigen Reihe für verstorbene Autor_innen, die es neu zu entdecken gilt. 2015 wurde der Band von der Stiftung Buchkunst als eines der »Schönsten Deutschen Bücher« ausgezeichnet.